Eigenthal

Das Eigenthal – ein einmalig abwechslungsreiches Wandergebiet am Nordfuss der randalpinen Pilatuskette – liegt etwa 10 km südwestlich der Stadt Luzern. Mit Ausnahme eines etwa zwei mal zwei Kilometer messenden, zum Kanton Nidwalden (Gemeinde Hergiswil) gehörenden Alpareals, liegt das Tal im Kanton Luzern. Es gehört zur Gemeinde Schwarzenberg.

Das Eigenthal erstreckt sich in einem etwa 7,5 km langen Halbkreisbogen von der Trochenmattegg bis zum Talabschluss beim Meienstoss. Der Rümlig, der das Eigenthal entwässert, fliesst zuerst gegen Osten, parallel zum Verlauf der Alpenrandkette, eingetieft in den subalpinen Flysch. Nach der Einmündung des Bründlenbachs durchbricht der Rümlig in einer grossen Schleife gegen Norden die subalpine Molasse, die im Gelände durch schiefgestellte Nagelfluhbänder sichtbar ist. Unterhalb Buchsteg dreht das Tal nach Westen ab und verläuft wieder annähernd alpenparallel durch eine in Mergel und Sandstein (gefaltete Molasse) unterlagerte, glazial überprägte Landschaft.

Blick vom Widderfeld auf das Eigenthal

Im oberen Drittel weist das enge Tal von der Trochenmattegg (1461 m ü. M.) bis zur Brücke, die in den Schwändeliwald führt (1095 m ü. M.), ein grosses Gefälle auf. Von dort bis P. 944 am Rümlig, zwischen Meienstoss und Spittelegg, vermindert sich das Gefälle stark, und der Talboden weitet sich im untersten Drittel bis auf 500 m Breite aus. Er wurde vom eiszeitlichen Rümlig-Gletscher zu einem breiten, typischen Zungenbecken ausgestaltet. Im Süden grenzt das Tal an die schroff aufragenden Kalkwände der Pilatuskette (Mittaggüpfi - Rot Dossen - Widderfeld - Tomlishorn - Oberhaupt/Klimsenhorn). Im Osten wird das Eigenthal durch die sanfteren Molassezüge des Höchbergs und der Würzenegg eingerahmt. Auf seiner Innenseite umrandet das Tal die Kalknagelfluhrippen von Ochs - Studberg - Regenflüeli. Unten wird das Tal durch den deutlich ausgeprägten und steilen Endmoränenwall Spittelegg - Meienstoss abgeschlossen. So bildet das Eigenthal eine in sich geschlossene voralpine Landschaftskammer.

Ausserordentlich hoch sind die im Eigenthal gemessenen Niederschlagsmengen. Sie sind die Folge der am Alpenrand und in dieser Höhenlage üblichen Stauregen, wesentlich verstärkt noch durch die im Sommer sehr häufigen und intensiven Gewitterregen. Das jährliche Niederschlagsmittel im Eigenthal (1006 m ü. M.) beträgt 1749 mm. Wer im Eigenthal zu Fuss unterwegs ist, tut dies also vorteilhafterweise mit gutem, wasserfestem Schuhwerk und einem Regenschutz im Rucksack.

Quelle: „Eigenthal" Richard Martin

 
PRO EIGENTHAL SCHWARZENBERG